Sie haben sicherlich schon einmal in einer Bar oder einem Café gesessen, Ihren Kaffee und dazu das kostenfreie WLAN via Hotspot genossen. Solche Hotspots sind gerade für Reisende, Selbständige oder fleißige Arbeiter, die einfach mal raus aus dem Büro müssen, einen willkommener Anlaufpunkt, um schnell mal Mails zu checken.

Hotspots bergen allerdings auch ein gewisses Risiko. Nicht nur für Ihre Gäste kann ein schlecht gesichertes Netzwerk gefährlich sein, sondern auch für Sie. Als Anbieter eines Hotspots, gilt es einiges zu beachten. Sollten Ihre Gäste Ihr WLAN nämlich für illegale Down- oder Uploads von z.B. Musik oder Filmen nutzen, drohen Ihnen unter Umständen saftige Abmahnungen.

Wie Sie sich also vor teuren Abmahnungen für illegale Down- oder Uploads Ihrer Kunden sichern können und was Sie sonst noch alles zu beachten sollten, schauen wir uns im Folgenden einmal an.

Sie wollen einen Hotspot als zusätzlichen Service anbieten, haben aber Angst vor Abmahnungen?

Zuerst einmal: Wo genau liegt das Problem? Warum kann ich nicht einfach meinen privaten WLAN-Zugang öffnen?

Sie wollen Ihren Gästen ja eigentlich nur einen guten Service bieten und Ihnen neben einem Zimmer in Ihrem Hotel, einem guten Cappuccino in Ihrem Café oder dem eiskalten Bier in Ihrer Bar auch noch kostenlosen Zugang zu Ihrem WLAN anbieten.

Soweit so gut – Ihre Gäste werden den Service sicherlich zu schätzen wissen.

Leider tummelt sich aber unter all den dankbaren Gästen auch immer wieder das ein oder andere schwarze Schaf, das Ihre Großzügigkeit zum illegalen Datenaustausch ausnutzt.

Nun hat sich in den letzten Jahren in Deutschland bereits eine ganze Abmahnindustrie entwickelt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Urheberrecht zu verteidigen und bei Verstößen durch kostenpflichtige Abmahnungen gleich noch etwas daran zu verdienen. Das Problem dabei – Sie als WLAN-Betreiber können in solchen Fällen als sogenannter „Mitstörer“ rechtlich tatsächlich abgemahnt werden. Und solche Abmahnungen liegen schnell mal bei mehreren hundert bis tausend Euro.

Technisch gesehen ist das Problem einfach. Da der auf Sie zugelassene Router nur eine IP-Adresse besitzt, werden alle Verstöße aus Ihrem WLAN lediglich Ihrem Router zugewiesen. Eine Identifizierung der einzelnen PCs, Smartphones und somit Nutzer ist im privaten Netzwerk nur bedingt möglich.

Wer also nicht, wie bei öffentlichen Hotspots der Telekom, in einem aufwendigen Registrierungsprozess den jeweiligen Nutzer identifizieren möchte, der muss nach anderen Lösungen suchen. Denn seien wir mal ehrlich, wer meldet sich schon in einem Café mal eben mit seiner vollständigen Adresse etc. an? –Richtig, wahrscheinlich keiner!

Wie also schützen Sie sich dann vor drohenden Abmahnungen?

Der wohl einfachste Weg: Die Verantwortung abgeben!

Es gibt mittlerweile genug Firmen, die sich diesem Problem angenommen haben. Die Idee ist einfach. Firmen wie Mein Hotspot oder Telekom richten Ihnen den Anschluss ein und übernehmen das Risiko im Falle eines Missbrauchs für den Anschluss zu haften.

Das Konzept ist simpel: Man hofft einfach darauf, dass bei einer großen Anzahl von Kunden nur einige wenige letztendlich Opfer von Abmahnungen werden und die Kosten damit gering bleiben, oder sorgt durch eine einfache, kostenfreie oder kostenpflichtige Registrierung für eine eindeutige Identifizierung des Nutzers, der dann bei Missbrauch belangt werden kann.

Ich habe für Sie einmal 5 Hotspot Anbieter ausgewählt und miteinander verglichen:

1) Telekom

Die Deutsche Telekom bietet in Deutschland eines der größten Hotspot Netze. Meist verfügbar an Bahnhöfen, Flughäfen, Stadtzentren, in Zügen oder auch Hotels betreibt die Telekom rund 8.000 Hotspots in Deutschland und ist damit wohl Spitzenreiter.

Das Angebot der Telekom sieht vor, dass Sie sich lediglich an den Einrichtungskosten beteiligen. Instandhaltung sowie rechtliche Verantwortung übernimmt die Telekom. Wobei hier vielleicht mal kurz erwähnt werden sollte, dass die Telekom als sogenannter Netzanbieter für den Missbrauch der Hotspots rechtlich gar nicht richtig verantwortlich gemacht werden kann. Mit der Telekom verhält es sich hier also wie mit der Deutschen Bahn: Wer die Infrastruktur stellt genießt Sonderrechte.

Die einzige Frage, die Sie sich stellen nun stellen müssen ist: Möchten Sie Ihren Gästen zumuten, sich für 4,95 EUR/Std über die Telekom ins WLAN einzuloggen, oder nicht?

Die Telekom ist als Hotspot-Anbieter also wohl eher für größere Restaurants, Bars, Hotels, etc. geeignet.

Telekom

2) FON

FON betreibt ein weltweites Hotspot-Netzwerk mit rund 8,2 Mio. Hotspots. Der klassische FON-Hotspot kommt von privaten Nutzern, die über den FON-Router Ihr Netzwerk öffnen.

FON verspricht alle gesetzlichen Vorschriften einzuhalten und das Netzwerk zu sichern. Bei gewerblichen Hotspots, wie Ihrer ja einer werden soll, ist der Zugang für Ihre Kunden kostenfrei. Da FON gewerbliche Anschlüsse aktuell allerdings nur limitiert und via Einladung vergibt, kann ich zu den für Sie entstehenden Kosten nichts Genaues sagen.

Wer FON gerne für sein Gewerbe nutzen möchte, kann sich aber auch einfach von dem FON-Team einladen lassen. Einfach Kontakt aufnehmen und Interesse bekunden.

FON scheint mir mit über 8 Mio. Nutzern ist FON nach eigenen Angaben die weltweit größte Hotspot Community und kann daher auch in Deutschland bereits auf einiges an Erfahrung zurückblicken.

Neben der einfachen Einrichtung wirbt FON auch noch für Kundenanalyse-Tools, die es Ihnen erlauben ein wenig mehr über Ihre surfenden Nutzer zu erfahren, sofern diese sich über Ihren Facebook Account in Ihr Netzwerk einloggen.

Der große Vorteil zur Telekom: Kostenfreies surfen für Ihre Kunden!

FON

3) Mein Hotspot

Mein Hotspot ist ein 2006 gegründetes Unternehmen, das ebenfalls ein für Ihre Gäste kostenfreies WLAN zur Verfügung stellt.

Mein Hotspot macht leider auch keine genauen Preisangaben auf der Website. Es muss, wie bei allen anderen Anbietern auch lediglich der Router angeschafft werde. Zusätzlich fällt noch eine kleine monatliche Servicegebühr an, die je nach Größe des abzudeckenden Bereiches variiert.

Ein unverbindliches Angebot können Sie sich hier einholen.

Auch Mein Hotspot bietet durch die einfache Registrierung und damit auch Identifizierung Ihrer Gäste ebenfalls größtmögliche Sicherheit für Sie und hält lästige Abmahnungen fern.

Ihnen entsteht dabei kein Mehraufwand und Sie haben sogar die Möglichkeit Ihren Hotspot für 30 Tage kostenfrei zu testen.

MeinHotspot

4) Frederix

Eigentlich wollte ich noch einen anderen Anbieter hier vorstellen, aber dann bin ich über Frederix gestolpert. Und dem Namen konnte ich einfach nicht wiederstehen! 😉

Frederix unterscheidet sich von den bisher vorgestellten Anbietern (mal abgesehen von der Telekom) vor allem durch eine Identifizierung der Kunden via Handynummer. Wenn Ihre Gäste also auf Ihr WLAN zugreifen möchten, bedeutet das: Handynummer eingeben, Bestätigungs-SMS erhalten und den darin genannten Code  beim Einloggen ins Netzwerk angeben.

Was allerdings Touristen machen, die kein Handy oder keine Lust auf satte Roaming-Gebühren haben, kann ich Ihnen auch nicht sagen.

Sicher ist das Netzwerk durch die SMS-Code Abfrage ganz bestimmt, aber für mich liegt der Hauptgrund Frederix zu wählen eher in der Namensvetternschaft mit meinem Namen.

Frederix

 

5) Free-Hotspot

Das Schlusslicht dieser Liste macht free-hotspot.com. Der Anbieter kooperiert bereits mit einigen größeren Ketten wie McDonald’s, Burger King, Etab Hotels, ibis Hotels, und noch einigen weiteren.

Free Hotspot wirbt ebenfalls mit kostenlosem Internet für Gäste und Kunden. Für Sie fallen lediglich Kosten für die Installation sowie eine monatliche Gebühr zwischen 29 EUR und 99 EUR an.

Als kleines, nettes Feature können Sie bei Free Hotspot sogar die Landing Page, über die sich Ihre Kunden einloggen, personalisieren.

Mit bisher rund 5.000 Hotspots ist es sicher nicht das größte Netzwerk, kann aber gerade durch große Kunden überzeugen.

 

Free-Hotspot

 

Fazit

Wenn Sie Ihren Kunden WLAN als zusätzlichen Service anbieten möchten und dadurch auf eine längere Verweildauer in Ihrem Laden hoffen, dann sollte das WLAN auch  kostenlos sein. Für mich scheidet das Angebot der Telekom daher kategorisch aus.

Da sich alle anderen Anbieter vom Angebot her gleichen und was wohl am wichtigsten ist, auch für rechtliche Absicherung sorgen, entscheidet wohl am Ende der Preis. Frederix hat mich persönlich (trotz sehr tollem Namen) aufgrund der Identifizierung via SMS nicht überzeugt. Und ob es nun am Ende die weltweit größte Hotspot Community FON oder ein junges Unternehmen aus Deutschland namens Mein Hotspot wird, bleibt Ihnen überlassen.

Wichtig ist nur, dass Sie rechtlich abgesichert sind.

Haben Sie schon Erfahrungen mit WLAN-Hotspots im eigenen Laden gemacht? Dann teilen Sie diese doch kurz mit uns!

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